‚Che bella chiesa!‘, ‚What a beautiful church!‘, ‚Was für eine schöne Kirche!‘
Sätze, die ich hören kann, wenn ich im Sommer ab und zu die Ehre habe, abends die Stiftskirche abzuschließen und es ist doch noch jemand da, der sich gerade darin umsieht.
In solchen Momenten betrachte ich unsere Kirche mit anderen Augen als sonst. Ich lasse mich von dem Eindruck der Reisenden anstecken. Ja, sie ist schon eine wunderschöne Kirche, die da mitten in unserer Stadt steht.
Eintreten durch die erstaunlich kleine Seitentüre. Doch wenn man weitergeht, weitet sich alles. Die hohe Decke, die vielen Bänke mit den Namensschildern, der Chorraum mit den farbigen Fenstern.
Langsam können die Augen im milden Licht eines Sommertages mehr und mehr entdecken. Sie fühlt sich uralt an und zugleich vermittelt sie ein Gefühl der Geborgenheit. Gedämpft dringen die Verkehrsgeräusche und Stimmen von außen herein. Hier ist man in aller Öffentlichkeit auch für sich
Langsam nach vorne schlendern. Die Augen vielleicht auf die glänzende Maria geheftet. Nach und nach tritt der Kreuzaltar davor in den Blick.
Platz nehmen in einer der Bänke, schauen und den eigenen Gedanken nachgehen. Der Christus am Kreuz lässt nicht einfach nur den Kopf hängen. Mitfühlend wendet er sich an die Betrachterin, sein Kopf bewegt sich auf den Besucher zu.
Interessiert an dem, was die Menschen mitbringen, wendet er sich zu den Nöten und Hoffnungen, die vor ihm ausgebreitet werden. Mit weit ausgebreiteten Armen tröstend und in jedem Augenblick ganz für die da, die ihn ansehen.
Pfarrer Wigbert Lehner
